Gareth Southgate: Ex-Nationaltrainer Englands wird wohl nicht mehr ins Vereinsgeschäft zurückkehren

Gareth Southgate sieht sich nicht mehr als Trainer im Vereinsfußball der Premier League. Auf die Frage, ob er eine Rückkehr in die Premier League in Betracht ziehe, antwortete der 56-Jährige im Podcast “The Amol Rajan Connection”: “Ich sehe kein Szenario, in dem ich das tue.”

Southgate war seit seinem Rücktritt als Teamchef der Three Lions ohne Job. Er hatte England bis ins Finale der Europameisterschaft 2024 geführt, das gegen Spanien verloren ging. Schon 2021 hatte er mit England das EM-Finale erreicht. Auf Vereinsebene war er zuletzt von 2006 an drei Jahre lang bei Middlesbrough tätig.

Keine Freude mehr am Erfolg

Gegen Ende seiner Zeit bei England habe er die Freude am Job verloren, zumindest für einen gewissen Zeitraum, erklärte Southgate. “Die Siege haben mich früher am Laufen gehalten. Am Ende habe ich mich nicht einmal mehr länger als ein paar Minuten über Siege gefreut. Deshalb habe ich kaum Fußball geschaut.”

Auch sein Interesse, selbst im Fußball aktiv zu sein, habe sich verändert. “Ich war im FA-Cup-Finale, um meine Mannschaft Crystal Palace den ersten Titel gewinnen zu sehen. Seitdem war ich in keinem Fußballstadion mehr.”

Seit seinem Abschied aus England arbeitete Southgate unter anderem in den Medien. Früher in diesem Jahr moderierte er eine Dokumentation, für die er quer durch Großbritannien reiste, um die Herausforderungen junger Männer und Buben zu verstehen. Zudem war er als Gastdozent an der Harvard Business School in Boston tätig.

“Ich habe die letzten 18 Monate meines Lebens geliebt”, sagte er. “37 Jahre lang hing mein Selbstwertgefühl davon ab, ob ich am Samstag gewonnen oder verloren habe. Ich habe es genossen, andere Erfahrungen zu machen. Ich habe Politiker und Leute aus der Medienbranche getroffen, viel über Führung in allen möglichen Bereichen gelernt und bin um die Welt gereist. Ich habe einfach genossen, einen anderen Film in meinem Leben zu spielen.”

Keine Gewinner im Fall Manchester City

Auch zum Verfahren gegen Manchester City äußerte sich Southgate. Der Klub war im vergangenen Monat in den meisten Anklagepunkten schuldig gesprochen worden, die sich auf Verstöße gegen die Finanzregeln der Premier League in den Spielzeiten 2009/10 bis 2017/18 bezogen. Eine unabhängige Kommission stellte fest, dass der Klub in diesem Zeitraum “Scheinverträge” abgeschlossen und sich auf “Scheinvereinbarungen” gestützt habe, um die Einnahmen künstlich zu erhöhen und die Kosten zu senken. Der Klub weist jegliches Fehlverhalten zurück und hat am 2. Oktober Berufung eingelegt.

“Die Fans werden auf ihre Weise reagieren und City so hart wie möglich bestrafen wollen, den Abstieg, Geldstrafen, was auch immer möglich ist”, sagte Southgate. “Ich war in Vorständen von Fußballklubs, in Gesprächen mit der UEFA und der FIFA. Ich kenne all diese Gremien und weiß, wie kompliziert das alles ist. Mein Grundgedanke ist, dass das alles dem Fußball nicht guttut und es keine Gewinner gibt. Im Moment mag man sich in der Premier League für einen kurzen Augenblick bestätigt fühlen, nach all der Kritik, weil es so lange gedauert hat. Es gibt also durchaus einen Anteil an Genugtuung.”

“Dann kommt aber die Erkenntnis, wie man mit all dem umgehen soll. Denn es könnten noch zahlreiche Rechtsstreitigkeiten folgen, und niemand weiß, wie lange sich das noch hinziehen kann. Was ist die richtige Strafe, und wie hält man das gesamte Spiel auf Kurs?”

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